Gebärdenspracherhebung
Einführung
Bereits von früh an sind wir in unserem Alltag in
unterschiedlichen Situationen mit Tests konfrontiert; sei es ein Screening bei
kleinen Kindern, die Abschlussprüfungen in der Schule oder nach dem Studium,
der Führerschein, wenn wir uns auf eine neue Stelle bewerben oder einen
Sprachtest ablegen, um im Ausland zu studieren oder zu arbeiten.
Weltweit besteht ein Mangel an Gebärdensprachtests, die
für die Zielgruppe gehörloser und hörgeschädigter Menschen – und im Besonderen
für Kinder – adäquat sind. Die sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten bei der
Beurteilung der gebärdensprachlichen Kompetenz (oder anderer Kompetenzen)
gehörloser Menschen in unterschiedlichen Kontexten des alltäglichen Lebens
(z.B. Schul- und Arbeitsbereich) stellt Pädagogen, Wissenschaftler, Arbeitgeber
als auch die gehörlose Person selbst vor ein großes Problem, da eine
Beurteilung auch mit Konsequenzen verbunden sein soll. Damit eine Beurteilung
ein „realistisches“ Bild von einer Person widerspiegeln kann, ist es wichtig,
dass bei der Entwicklung von Gebärdensprachtests bestimmte Kriterien angewendet
werden, um verlässliche Aussagen von einem Testergebnis machen zu können.
Diese Problematik erkennend bieten wir folgende
Dienstleistungen an:
Beratung
Eines der Hauptziele unseres vielfältigen
Beratungsangebotes ist es hörenden und gehörlosen Fachleuten über die
Schwierigkeiten bei der Entwicklung und Anwendung benutzergerechter
Testinstrumente zur Sprachstandserfassung Gehörloser und Hörbehinderter zu
informieren. Daneben beraten wir auch zum Thema Testadaption, d.h.
Testinstrumente, die andere Inhalte als Sprache haben (z.B. Leistungstest
jeglicher Art), die in die Gebärdensprache übertragen werden sollen. Dieses
Ziel erreichen wir durch unsere engen Kontakte zu Forschungsinstitutionen,
Schulen und Informatikern. Unsere Beratung findet in unterschiedlichen Formaten
statt, sei es durch Vorträge, Workshops und Schulungen, aber auch durch
Einzelgespräche.
Wir beraten und entwickeln Konzepte gemeinsamen mit
unseren Kunden und begleiten diese auch bei der Umsetzung, um so den besonderen
Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe am besten begegnen zu können. Dabei gilt
unser besonderes Interesse der Begutachtung und Optimierung bestehender,
provisorischer Instrumente in Schulen, als auch deren Weiterentwicklung.
Einbezug neuer Technologien
Das Ziel unserer Beratungsleistung ist es, Informationen zum Thema Sprachstandserhebung in Gebärdensprachen zu geben unter Einbezug neuer Technologien (z.B. computer- und webbasierte Tests), welche das (Selbst-)Testen von Gehörlosen erheblich erleichtern.
Workshops
Wir bieten Vorträge und Workshops in unterschiedlichen Formen (z.B. halber Tag, ganzer Tag, mehrtägig) an zu den folgenden Themen:
- Entwicklung und Adaption von Test für Gebärdensprache – Hintergrund, Vorgehensweise, Schwierigkeiten und Anwendung
- Ein Überblick existierender Gebärdensprachtests
- Neue Testgruppen Gehörloser: Gehörlose mit einem mehrsprachigem Hintergrund
- Testanwendung
- Testentwicklung
Neben der Beratung bieten wir – in enger
Kooperation mit den Auftraggebern und Forschungseinrichtungen – die Konzeption
und Entwicklung von Gebärdensprachtests an.
Eine komplette Testentwicklung kann nur im Rahmen eines
größeren Forschungsprojektes realisiert werden, d.h. in enger Kooperation mit
eine Universität oder Fachhochschule, da ein Test auch bestimmten
Qualitätsmerkmalen entsprechen muss.
Erfahrung
Unsere Erfahrung begründet sich neben dem Studium an internationalen Hochschulen (z.B. Hamburg, Boston, San Francisco, Berkeley) vornehmlich in der Praxis im Bereich der Testentwicklung (z.B. Projekt Gebärdensprachtest) und –beratung (z.B. Schweizer Gehörlosenbund SGB-FSS).
Referenzen
Eine Auswahl von Vorträgen und Workshops:
- Dezember 2005: Humboldt Universität zu Berlin, Lehrauftrag zum Thema „Gebärdensprachtests – Entwicklung und Anwendung“
- September 2006: European Science Foundation (ESF); gesponserter Workshop der ESF zum Thema Gebärdenspracherwerb und Konsequenzen für das Testen von Gebärdensprache
- Oktober 2006: Workshop zum Thema „Gebärdensprachtests“ für die Zielgruppe der Lehrerinnen von Lehrer für hörgeschädigte Kinder (Tagung Burg Feuerstein)
- November 2007-Juni 2008: Schweizer Gehörlosenbund (SGB-FSS): Entwicklung eines Testraster zur Beurteilung der Gebärdensprachkompetenz hörender Teilnehmer von Gebärdensprachkursen
- Juni 2008: Präsentation in London
Veröffentlichungen (eine Auswahl)
Haug, T., & Mann, W. (2008). Adapting tests of sign language assessment to other sign languages – a review of linguistic, cultural, and psychometric problems. Journal of Deaf Studies and Deaf Education, 13, 1, 138-147.
Haug, T. (2005). Review of Sign Language Assessment Instruments. In A. Baker & B. Woll (Eds.) Language Acquisition: Special Issues of Sign Language & Linguistics, 8, 1/2, 61-98.
Haug, T. & Mann, W. (2005). Projekt Gebärdensprachtest – Entwicklung von Testverfahren zur Deutschen Gebärdensprache für gehörlose Kinder und Jugendliche. Das Zeichen, 71, 370-380.
Haug, T. (2003). Sign Language Assessment Instruments. www.signlang-assessment.info
Wenn Sie Interesse an einer unsere Dienstleistungen
haben, kontaktieren Sie uns unter:
Tobias Haug, Wolfgang Mann und Claudia Müller
info@icsla.org
Fax: +49-(0)721-50 96 63 14